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Achenbach-Siegen

Historischer Rundweg Achenbach

Unsere Bewertung: Bewertung

07
Feb.
2015

11.2km und über 2000 Jahre Geschichte

Auf Einladung des Heimatvereins Achenbach, bietet sich die Möglichkeit den „Historischen Rundweg Siegen-Achenbach“ mit dem Hauptinitiator Herrn Dieter Solms zu begehen. Im Vorfeld erfahre ich, dass der Weg gerade die Zertifizierung „Wanderbares Deutschland“ durchläuft und ich gemeinsam mit Herrn Solms, die dafür optimierte neue Wegführung kennenlernen werde.

Der Rundweg führt den Interessierten über 11.2 km durch 2000 Jahre Siedlungs-Geschichte im Gebiet um Achenbach. Von der Eisengewinnung in der La Tène Zeit, über die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung im Jahr 1307, bis zur jüngeren Nachkriegsgeschichte bieten 16 Informationstafeln entlang des Weges viel historische Informationen in Wort und Bild.

Mehr Informationen

Heimat- und Verschönerungsverein Siegen-Achenbach e.V.
Im Langenseifen 5
57072 Siegen

www.siegen-achenbach.de

info@remove-this.siegen-achenbach.de

Statistik

Länge:11.63 km
Gesamtaufstieg:389 m
Gesamtabstieg:425 m
GPX Datei:
Download zum Nachwandern. 
Karte, Höhenprofil, GPS Track

Wegbeschreibung:

Bei besten Wanderwetter treffe ich Herrn Solms an der Erinnerungsstätte „Belgische Garnison“ an Kreisverkehr in Achenbach, wo unsere Tour zunächst entlang der Straße Richtung Friedenskirche beginnt. An der Friedenskirche wird wahrscheinlich der zukünftige Startpunkt liegen. Der Höhenunterschied zwischen Achenbach und Siegen reicht aus, dass wir noch über eine geschlossene Schneedecke laufen dürfen, als wir über einen schmalen Weg mehr und mehr in den Wald gelangen.

Nach einem kurzen Wegstück erreichen wir schon ein Highlight auf dem Weg. Der maßstabsgetreue Nachbau eines Rennofens aus der La Tène Zeit. Das Vorbild wurde in ca. 30m Entfernung bei Ausgrabungen freigelegt. Wir stehen hier an der Wiege des Jahrhunderte andauernden Erzbergbaus und der Verhüttung, die das Siegerland prägten. Wer weiß, was um uns herum noch in der Erde schlummert.

Über einen breiteren Weg geht es stetig bergauf. Plötzlich biegt Herr Solms nach Links vom Weg ab. Über einen schmalen Pfad gelangen wir an einen Bachlauf. Am gegenüberliegenden Hang kann man einen versteckten Stolleneingang erkennen. Solche kleinen Abstecher befinden sich mehrfach entlang des Weges. Hier sollte man den Blick schärfen, da immer etwas zu entdecken ist. Ich habe das Glück, mit Herrn Solms einen ortskundigen Führer an meiner Seite zu haben, der mich auf die Kleinode aufmerksam macht.

Durch das idyllische Numbachtal gehen wir entlang eines kleinen Bachlaufs hinunter zur Numbach Siedlung. Kurz vor dem Wohngebiet zweigen wir ab und verbleiben im Wald. Über einen Wirtschaftsweg geht es nun stetig bergauf. An der Talflanke mit Blick auf Trupbach gewinnen wir an Höhe, bis wir auf den Rücken des Starken Bubergs gelangen. Wir treffen an einer Weggabelung auf einen Wegweiser des Jakobswegs und weiterer Fernwanderwege, die sich alle an dieser Stelle kreuzen. Von hier oben bieten sich einige Fernblicke über meine Heimat. Nach einer kurzen Rast geht es nun über einen Waldweg bergab zur Achenbach Quelle. Weiter durch lichten Mischwald führt uns der Weg weiter hinunter nach Achenbach. Als historischer Rundweg führt dieser uns nun vorbei an Orten, die einen besonderen geschichtlichen Hintergrund besitzen. So zum Beispiel die alte Schule. Weiter durch den Ort gelangen wir wieder zum Ausgangspunkt.

Fazit:

Die Bewertung von 4 von 6 Stiefeln begründet sich aus dem Umstand, dass der Weg vor allem seinem Anspruch als historischer Rundweg nachkommt.

Im Vorfeld hatte Herr Solms etwas bedenken, ob die Wegbeschaffenheit unseren Kriterien entsprechen würde. Diese fällt bei einen Wanderweg, der als „historischer Rundwanderweg“ ausgewiesen ist, jedoch weniger ins Gewicht. Um so mehr war ich positiv überrascht, dass der 11,2km Rundweg dem Wanderer nicht nur historisch Interessantes bietet, sondern auch über einen hohen Anteil an unverdichteten Wegen durch schöne Wälder und über aussichtsreiche Höhen führt.

Man erkennt schnell, dass die Wegführung durch Ortskundige geplant wurde, die ihren Blick für das Besondere in ihrer Umgebung bewahrt haben. Aufgrund der „nur“ 11,2 km Weglänge möchten wir diese Tour jedem, egal ob Geschichtsinteressierter oder Erholungssuchender, als Kurzwanderung empfehlen.