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Brilon-Willingen-Winterberg

Unsere Bewertung: Bewertung

22
Mär.
2008

2 Etappen Rothaarsteig 44km, über 2 Tage

Bemerkung zur Etappe Brilon - Willingen:

Diese Etappe sollte man im Sommer meiden, da die Wege fast ausschließlich über Schotter führen. Diese Erfahrung mussten wir am 31. Mai 2009 (Siehe Bericht) machen. Einzig die kurze Klettervariante über den Ginsterkopf bildet eine Ausnahme. Wir hatten das Glück während unser Winterwanderung über eine geschlossene Schneedecke zu laufen. Dieses Teilstück vermittelt einen falschen Eindruck vom Rothaarsteig. Die umgebene Landschaft und zahlreiche Fernsichten können etwas entschädigen.

Am 22. März machten Grisu und ich uns auf, die ersten zwei Etappen des Rothaarsteigs zu bestreiten. Was als Wanderung durch frühlingshafte Wälder angedacht war, wurde zu einer ziemlich anstregenden Tour über 50 km durch 20 - 40 cm hohen Neuschnee.

  1. Tag: 22 km Brilon Rothaarsteig Eingangsportal nach Richtplatz bei Willingen mit Übernachtung in Willingen.
  2. Tag: 22 km vom Richtplatz nach Winterberg

Erster Tag:

Samstag , in der Nacht gab es starke Schneefälle. Wir starten in Brilon am Kreishaus Drübel. Die ersten Kilometer führen ziemlich unspektakulär  über kurze Waldwegpassagen und schmale Strassen. Vorbei an der Möhnequelle gelangen wir zur  Hiebammen Hütte. Die sieht sehr vielversprechend aus. Für eine Rast ist es jedoch noch zu früh. Also folgen wir einer windbruchbedingten Umleitung weiter Richtung Borbergs Kirchhof auf 600 m N.N.. Anschließend durchqueren wir einen lichten Wald. Hier müssen wir nicht zum letzten Mal über, vom Sturm "Emma", umgelegte Bäume klettern. Ein Baum hat eine Rothaarsteigtafel komplett zerstört. Weiter auf, für den Rothaarsteig typischen Waldpfaden. Es gelingt den Betreibern immer wieder, durch die Vermeidung von Wirtschaftswegen eine der schönsten Wanderrouten zu bieten. Nach einigen Kilometern gabelt sich der Steig zur Klettervariante Ginsterkopf. Die ist jedoch im Winter gesperrt. Eine Fülle von umgelegten Bäumen läßt den Weg unpassierbar erscheinen. Also ziehen wir unterhalb des Ginsterkopfes unseres Weges. Vorbei an der Feuereiche wandern wir unterhalb der Bruchhausener Steine, die wie Riesen im Nebel und Schneegestöber erscheinen. Die Sommervariante führt oberhalb der Steine entlang, ist jedoch im März noch gesperrt. Eine kurze Rast am Informationszentrum Bruchhausener Steine und weiter geht´s. Der weitere Verlauf führt uns an sehr schönen Aussichtspunkten vorbei. Die Landschaft schmückt sich mit einem weißen Schneekleid. Eine mögliche Fernsicht lässt sich bei dem trüben Wetter nur vermuten. Nach 22 km erreichen wir den Richtplatz auf  750m N.N.. Hier ist unsere erste Etappe zu Ende. Noch sehr abschüssige 3 km runter nach Willingen und unsere Hotelbetten heißen uns willkommen.

Zweiter Tag:

In der Nacht hat es nochmals geschneit. Durch die unerwartet späten Schneefälle hat sich der Ski-Ort Willingen mit Wochenendgästen gefüllt. Wir sind die Einzigen mit Stöcken ohne Ski.  Über den ausgewiesenen Zugangsweg nehmen wir die 3 km zum Richtplatz in Angriff, wo unsere 2. Etappe beginnen soll. Mit der Höhe steigt auch die Schneehöhe und so stehen wir, auf dem Gipfel des "Langenberg" (843m) angelangt, bis zu den Waden im Schnee. Hier führt der naturbelassene Weg durch Kiefernwälder nach Hochheide. In der Hütte Hochheide kommt bei einem Weizen und einer Gulaschsuppe richtiges Skiurlaub-Feeling auf. Endlich haben wir auch mal ein paar Weggefährten in Form von Langläufern. Ohne die Loipe zu betreten stehen wir nach 1 km auf dem Clemensberg. Ein fulminantes Panorama, Sonne, Gipfelkreuz und Schnee. Man möchte nicht meinen, daß wir nur 90 km von zu Hause entfernt sind. Durch die Hochheide stapfen wir bis zur Hillekopfhütte. An Küstelberg vorbei, über Wagenschmier bis zur Ruhrquelle, wechselt der Weg stetig vom Waldpfad zum Feldweg, um gleich wieder durch dichten Wald zu führen. Von der Ruhrquelle ist es nun nicht mehr weit nach Winterberg. Geschafft!