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Urwaldsteig ®

Vorwort

Wir wollten den Urwaldsteig in einer 3 tägigen Tour absolvieren, was wohl keine gute Idee war. Der folgende Bericht beschreibt den Urwaldsteig für uns als enttäuschend.

Wir möchten jedem empfehlen seine eigenen Erfahrungen zu machen. Zu unterschiedlich sind die persönlichen Präferenzen und gerade diese Region bietet für jeden etwas. Auf jeden Fall sollte man sich mehr Zeit lassen.

Sowohl Barbara (Siehe Kommentar unten), als auch der Wandervorschlag, der uns auf den Urwaldsteig aufmerksam machte, haben die Etappe Asel-Süd - Herzhausen - Asel ausgespart. Wahrscheinlich ist dies auch der beste Tipp, den wir euch geben können.

Unsere Etappen, Planung & Fazit

Über Pfingsten möchten wir den Urwaldsteig am Edersee begehen. Geplant ist, den 68km langen Weg rund um den Edersee in drei Tagesetappen zu komplettieren. Übernachten werden wir auf Zeltplätzen. Grisu möchte ihr neues Trekkingzelt testen. Entsprechend packen wir unsere Rucksäcke. Zelt, Schlafsack, Isomatte, Gaskocher, Proviant etc. Halt alles, was man auf einer solchen Tour benötigt. Die Wettervorhersage verspricht warme Temperaturen bei Sonnenschein. Also sind 3 Liter Wasser pro Person, auch noch unterzubringen. Komplett gepackt, bringen es unsere Rucksäcke auf 16.5kg bzw. 18.5kg. Ich habe ja noch die Kameras zu schleppen.

Wir fahren früh los und als wir nach 2Stunden den Edersee erreichen, macht sich sofort Urlaubsstimmung breit. Während wir uns dem Startpunkt am Waldecker Schloss nähern, fahren wir entlang des Ufers. Urlauber in Cafés oder auf dem Weg zum Strand, Segelboote auf dem See, Fahradfahrer – Ein echtes Urlaubsgebiet.

In der Broschüre des Urwaldsteig ist der Weg in 6 Etappen eingeteilt.

Unsere erste Etappe soll heute von Waldeck nach Asel-Süd führen, mit Zuweg und kleinen Abstechern liegen 26km vor uns. Wir kombinieren somit Etappe 1, 2 und einen Teil der dritten Etappe, damit wir zum Ende einen Zeltplatz in Asel-Süd ansteuern können.

Das Fazit unserer Tour und Etappeneinteilung

Ohne Zweifel ist unser Vorhaben den Urwaldsteig in 3 Etappen, mit nicht unerheblichen Zusatzgewicht zu begehen, ziemlich ambitioniert gewesen. Geplante Etappenlängen von 25km, 30km und 13km mit einem Gesamtaufstieg von über 3000 Höhenmeter, auf teilweise losen Untergrund sind nicht ohne, trauen wir uns aufgrund unserer Erfahrungen jedoch ohne weiteres zu. Was hier zum Scheitern führte, war eindeutig die fehlende Abwechslung bzw. echten Höhepunkte über längere Teilstrecken, die wenn vorhanden, dazu anspornen weiter zu gehen, auch wenn es mal zwickt und drückt. Nach unserem Eindruck waren die Höhepunkte nicht sehr homogen verteilt. Mit dem Gepäck sind wir natürlich langsamer als gewohnt gelaufen und waren als Folge dessen, zum Beispiel über 4 Stunden nur von Bäumen umgeben.

Wären wir der Einteilung in 6 Etappen gefolgt, hätten wir die (reguläre) Etappe Nr.2 sicherlich mit 5von6 Wanderstiefeln, die Etappe Nr.4 hingegen, aufgrund der Wegbeschaffenheit, nahe am mangelhaft bewertet. Schon die Verwunderung der Einheimischen - genannter Mountainbiker, Dame an der Rezeption und Taxifahrer - auf unsere Etappeneinteilung gibt Anlass diese zu überdenken.

Auszug Dialog mit Dame an der Zeltplatz Rezeption:
...“Wo kommen Sie heute her?“, Grisu:“Von Waldeck.“, Gegenfrage:“Mit der Fähre?“, Grisu:“Nein, wir sind über Hemfurth gewandert“, Antwort: Stirnrunzeln.

Fazit und Bewertung allgemein

Der Edersee, umgeben von wunderschönen Natur-und Urwäldern, ist auf jeden Fall ein Genuss für jeden Naturliebhaber. Wie im Bericht ausgedrückt, kommt sofort ein Urlaubsgefühl auf. Der Urwaldsteig und die vielen anderen angebotenen Touren schaffen es, über weite Strecken den Wanderer vom Trubel am Seeufer, durch die vielen Motorradfahrer, Fahrradfahrer und Badegäste weitgehend fernzuhalten, blenden damit jedoch oft auch den See selbst aus. Aus diesem Grund sind kürzere Tagestouren sicherlich mehr zu empfehlen, was auch viele Gäste wahrnehmen. Auf unserem Weg trafen wir selten Wanderer mit Rucksack, und wenn überhaupt nur mit Tagesrucksack. Entgegen unserem Empfinden während der Tour kann ein Spaziergang durch naturbelassenen Urwald auch genügend Reiz ausmachen und Freude bereiten. Schon die Tatsache, dass man sich ohne schweres Gepäck entspannter und schneller fortbewegt, macht das Wandern genussvoller und kurzweiliger.

Der Urwaldsteig ist nicht über seine gesamte Länge zu empfehlen. Es gibt sowohl wunderschöne Teilstücke, als auch Passagen, die man meiden kann.

Unser Tipp, wie man es besser macht:

Bester Tipp:

Die Etappe Asel-Süd über Herzhausen nach Asel aussparen und von Asel-Süd direkt nach Asel übersetzen. Dann kommt man auch in den Genuss des Knorreichensteig.

 

Wer unbedingt den gesamten Steig begehen möchte:

Etappeneinteilung bleibt weitgehend bestehen.

Waldeck nach Asel-Süd – Zelt in Asel-Süd stehen lassen und mit Tagesgepäck über Kirchlotheim und Herzhausen nach Asel – Hier mit der Fähre übersetzen nach Asel-Süd – Übernachten – Am nächsten Morgen mit vollem Gepäck wieder mit der Fähre nach Asel. Von hier die Tour bis Waldeck zu Ende führen (25km). Oder für eine 4 Tage Tour: Von Asel entweder nur nach Scheid (11km und Übernachten) oder bis Zeltplatz Waldeck-West (ca. 23Km und Übernachten).