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Tschafon Hütte - Schlernhaus

Tour: Schutzhaus Tschafon über Prügelsteig (Knüppelweg) – Sessel Schwaige – Schlernhaus

Die heutige Tour dient der Eingewöhnung. Mit einer angegebenen Gehzeit von 3h50min werden wir fast 1000 Höhenmeter aufsteigen, da die Tour anfangs 240 Meter von der Tschafon Hütte auf 1500m üNN bergab und dann stetig bis auf 2457m führt. Im Sommer 2011 ist der Prügelsteig wegen Sanierung offiziell gesperrt. Zwar geben alle Hüttenwirte an, dass er trotzdem am Wochenende begehbar ist, aber dies auf eigene Gefahr (ohne Versicherungsschutz!!) geschehe.

Wir stellen später fest, dass es eine offizielle Umleitung gibt, von der im Internet nichts zu lesen war. Sie überbrückt den gesperrten Teil zwischen Peter Frag zur Sessel Schwaige. Ein Umweg über den steilen Schäufelesteig ist nicht nötig.

Aufgrund der kurzen Tour lassen wir uns morgens Zeit. Das Unwetter hat sich Nachts ausgetobt. Vor dem Frühstück genießen wir die Sonne vor blauem Himmel und den Ausblick auf den Rosengarten. Das Frühstück ist ein weiterer Grund, das Schutzhaus Tschafon als Start zu wählen. Marmelade, Kräuterquark, Schinken und Käse – Nichts aus der Dose. Gut genährt, verabschieden wir uns und folgen zunächst dem Weg Nr.4 ins Tal, bis zur Abzweigung 7b und anschließend Weg Nr7 über schmale Pfade durch wunderschönen Kiefernwald bis Peter Frag. Hier empfängt uns das „Gesperrt Schild“ und der Hinweis auf die Umleitung an der gegenüberliegenden Talflanke. Dieser folgen wir. Es geht zunächst gehörig steil bergauf. Wir erreichen ein erodiertes Geröllfeld. Es ist steil und etwas rutschig. Seile geben Hilfestellung. Von unten sieht dieser Teil etwas abschreckend aus, ist aber halb so schlimm. Als wir diesen Teil überbrückt haben, sehen wir unter uns eine Gruppe, die lange mit der Entscheidung hadert, weiter zu gehen. Die Umleitung trifft auf Höhe der Sessel Schwaige auf den Weg zum Bärenloch. Wir machen auf der gemütlichen Almhütte eine kurze Rast und sehen mit Argwohn, dass dichte Wolken das Tal hinauf ziehen. Da noch 500 Höhenmeter vor uns liegen, gehen wir lieber schnell weiter. Zu Anfang heizt uns die Sonne noch gehörig ein. Der Wetterwechsel holt uns auf halber Strecke ein. Es wird kalt und windig – Nebel lässt kaum weit blicken. Erst als er später kurz aufklart, erkennen wir erstaunt, das nur noch 300m entfernte Schlernhaus. Im Moment als wir den Eingang erreichen, beginnt der Regen – Glück gehabt.

Das Schlernhaus ist riesig. Da heute eine Volksmusikveranstaltung stattfindet, konnten wir nur Lagerplätze ergattern. Entsprechend voll und laut sind die Gasträume. Wir haben die Wahl zwischen Blaskapelle im großen Saal und 4 Familien mit gesamt 12 Kindern in einem Nebenraum. Dann lieber Kinder. Vor dem Abendessen machen wir uns frisch. Obwohl das Schlernhaus groß und modern eingerichtet ist, gibt es für die Gäste nur Waschgelegenheiten mit kaltem Wasser.

Wir sitzen noch lange bei einer dänischen Familie am Tisch und spielen Kniffel. Es ist wieder ein Gewitter aufgezogen. Die 1000 Höhenmeter fordern dann ihren Tribut. Wir fallen todmüde in die Matratzen, während die Blaskapelle noch spielt.