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Brunnenkogelhaus - Gasthof Hochfirst

Daten und Kurzbeschreibung

Länge

13.6km

Unsere Zeit

10h1min

davon Pausen gesamt

90min

Höhenmeter

-912m

Mit Gepäck erfordert die Strecke eine gute Kondition.

Technische Herausvorderungen: 2 seilversicherte Stellen. Bis kurz nach der zweiten seilversicherten Stelle bewegt man sich ausschließlich auf Fels entlang des Grats. Für diese 2.5km benötigten wir schon 3h. Gelegentlich sind die Hände zur Unterstützung erforderlich. Direkt im Anschluß folgt ein steiler 400m Abstieg über lose Erde und Geröll. Einige Bachläufe und Schneefelder sind zu überqueren. Anschließend läuft man bis zum Timmelsjoch auf mit kleinen Felsen durchsetzen Pfaden. Der Abstieg durchs Passeirer Timmelstal ist einfach.

Aufgrund der felsigen Passagen sind Schuhe der Kategorie B zu empfehlen.

17
Jul.
2009

2. Etappe

Das Gewitter hat sich aufgelöst und der Morgen begrüßt uns mit blauem Himmel.

Gut gelaunt frühstücken wir um 7.50 Uhr. Der kleine Paul, Sohn des Hüttenwirt-Paares hat heute seinen ersten Geburtstag. Schon am Vorabend war die heutige Tour ein Thema. Vom Brunnenkogelhaus kann man den vermutlichen Verlauf bis zur Wilde Rötespitze erahnen. Alle sind etwas verwundert, da nur schroffer Fels auf einem Grat zu sehen ist. Bevor wir starten, ziehen schon die ersten Wolken auf. Nach etwa 200m bahnen wir uns schon den Weg durch grobes Blockwerk steil hinauf zum Vorderen Brunnenkogel. Zwischen Hinterem Brunnenkogel und Rötkogel werden wir mit einer seilversicherten Stelle, die nicht in den Karten angegeben ist, konfrontiert. Für Ungeübte stellt dies eine erste Herausforderung dar. Der Stein ist verwittert und gesprungen. Während Jörg einen Griff sucht, kommt ein ca. 1m x 50cm grosser Felsbrocken oberhalb ins Rutschen. Zum Glück nur wenige Zentimeter. Ein leichter Stieg führt uns auf den Rotkogel, wo wir uns ins Gipfelbuch eintragen. Weiter folgen wir dem weglosen Grat.

Immer wieder nehmen wir die Hände zur Hilfe. Vor dem Aufstieg zur Wilde Rötespitze (2966m), warten Andreas und Jürgen mit einem Käseimbiss auf uns. Während wir noch essen, machen sich die beiden wieder auf den Weg. Nach einem weiteren steilen Aufstieg über groben Fels erreichen wir den Gipfel. Bis zu diesem höchsten Punkt der Etappe sind es gerade mal 2,5 km für die wir 3 Stunden benötigen. Mittlerweile hat sich eine graue Wolkendecke gebildet. Zum Glück herrscht nur schwacher Wind. Wir folgen den Markierungen über den Wannenkarsattel, wo eine, in den Karten gekennzeichnete, seilversicherte Passage zu überwinden ist. An der Kette festhalten, den Fuß auf dem einzigen schmalen Tritt platzieren und mit einen großen Schritt ist man drüber. Scheint für Redakteure von Wanderzeitschriften und einschlägigen Webseiten kein Problem zu sein. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass man hier 25m abstürzen kann. Angesicht des Abgrunds sollte man auf jeden Fall etwas geübt sein.

Wir steigen über loses Geröll und Erde 200m ab, überschreiten einige Schneefelder und Bachläufe.

Gerade zu einer Pause entschlossen, fängt es an zu regnen. Nachdem wir unsere Regenhose und Jacke angezogen und die Rucksackregenhülle übergezogen haben, hört der starke Regenschauer wieder auf. Sehr witzig! Angesichts der abermals herannahenden dunklen Wolken lassen wir diese lieber an.

Endlich können wir einem Weg folgen. Die ständige Kraxelei hält besonders mit den 10kg auf dem Rücken ziemlich auf. Die Hütten am Timmelsjoch können wir schon in der Ferne sehen. Stetig bergauf und bergab mit vereinzelten Felspassagen, scheinen wir uns diesen jedoch nicht zu nähern.

Endlich nach gesamt 7h 51min erreichen wir das Rasthaus Timmelsjoch.

Jetzt fehlt nur noch der ca. 700m Abstieg durch das Passeirer Timmelstal zum Gasthof Hochfirst.

Grisu und Jörg entscheiden sich mit dem Taxi zu fahren. Ich mache mich alleine auf und steige durch das wunderschöne Tal ab. Murmeltiere sitzen auf den Felsen, doch verschwinden als ich zu nahe komme. Gelegentlich tröpfelt etwas Regen, erst ca. 1.8 km vor meinem Ziel hüllen mich dichte Wolken ein und es beginnt aus Eimern zu schütten. Was ein Abschluss einer anstrengenden Etappe. Für den Abstieg benötige ich inklusive Photopausen und mehrmaligen wasserdichten Verstauen meiner Kamera 1h 30min.

Im Gasthof Hochfirst warten schon Andreas und Jürgen im Gastraum. Erstmal einen warmen Kaffee. Prost. Der Wetterbericht verheißt nichts Gutes. In der Nacht soll es oberhalb 2000m schneien.